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Weideprojekt Großkoppel Aspheaue

Weideprojekt Großkoppel Aspheaue
Region/Lage Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Münchhausen, Gemarkung Niederasphe
Geo-Koordinaten 8° 40' 40'' O , 50° 55' 49'' N
Lebensraumtyp feuchte Bachaue
Flächengröße ca. 12 ha
Tierrassen (Anzahl)
  • Schottische Hochlandrinder (7-10)
  • Pferde (4, nur zeitweise im Sommer)
Bestandsdichte 7 Tiere pro 12 ha (0,6 GVE/ha)
Beweidungstyp ganzjährige Koppelhaltung
Finanzierung Kompensation
Schutzgebiete  
Projektwebsite www.agentur-naturentwicklung.de (Aspheaue)

Jürgen Könnemann
UNB Marburg-Biedenkopf
Im Lichtenholz 60
35043 Marburg
Tel.: 06421 / 405 1391
E-Mail: koennemannj (at) marburg-biedenkopf.de

Träger:

UNB Marburg-Biedenkopf
Jürgen Könnemann
Im Lichtenholz 60
35043 Marburg
Tel.: 06421 / 405 1391
E-Mail: koennemannj (at) marburg-biedenkopf.de
Gemeinde Münchhausen
Siemon, Holger
Marburger Str. 82
35117 Münchhausen
Tel.: 06457 / 912219
E-Mail: h.siemon (at) gemeinde-muenchhausen.de
NABU Münchhausen
Dieter Jesberg
Tel.: 06457/398
E-Mail: dieter.jesberg(at)t-online.de
NABU Wetter
Hermann Schmack
An der Koppe 30
35083 Wetter
Tel.: 06423 /2240
E-Mail: Hschmack(at)online.de

Beweider:

Hans-Walter Hallenberger

Betreuung:

Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf
Dr. Ursula Mothes-Wagner
In den Erlengärten 10
35288 Wohratal
Tel.: 06453 / 911678
E-Mail: info (at) agentur-naturentwicklung.de

Projektbeschreibung

Bereits Mitte der 1980er Jahre begann die untere Naturschutzbehörde mit dem Ankauf von Grundstücken. Heute sind die Flächen des Projektgebietes im Besitz des Kreises, des NABU, des BUND, der Gemeinde und von drei Privateigentümern. Einige dieser Flächen nutzt die Gemeinde zum Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft, die im Zuge der Aufstellung von Bebauungsplänen entstanden sind, oder zur Durchführung von vorlaufenden Ausgleichsmaßnahmen für spätere Eingriffe (Ökokonto).

Noch bevor der Flächenerwerb abgeschlossen war, wurden ab 1993 auf Initiative der unteren Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem NABU Initialmaßnahmen am Gewässer druchgeführt. Diese führten zu einer Anhebung der Gewässersohle, zu einem Entstehen von gewässertypischen Strukturen und zum Einsetzen einer Eigenentwicklung der Asphe. Im Frühjahr 2006 erfolgte der Bau des Weidezaunes und noch im gleichen Jahr wurde eine kleine Herde Schottischer Hochlandrinder aufgetrieben. Ab 2007 ergänzen im Sommer einige Pferde die kleine Rinderherde und sichern so die naturschutzfachlich erwünschte Mischbeweidung.

Bereits nach wenigen Jahren fällt auf, dass sich die Asphe ihr Bett neu gestaltet: es treten Uferabbrüche auf, Material bricht ab und wird an anderer Stelle wieder abgelagert, Kiesbänke entstehen und vergehen, und ab zu verliert ein Baum sein Gleichgewicht. Die Uferabbrüche werden bereits vom Eisvogel zum Bau seiner Brutröhren genutzt. Gewässertypische Libellen nutzen die unterschiedlichen Nischen im Gewässer für ihre Fortplanzung. Bachforelle, Groppe und Neunauge finden geeignete Standorte für ihre Eiablage. Die Weidetiere gestalten die Koppel, in dem sie Disteln unberührt lassen und andere, wohlschmeckendere Bereiche fast bis auf den Boden abfressen. Braunkehlchen und Schafstelze finden neue Nist- und Nahrungsplätze. Und vielleicht stellt sich auch die Bekassine wieder ein.

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

Naturnahe Entwicklung der Asphe, Offenhaltung der feuchten Aspheaue

Beweidungsmodus

Freier Weidegang innerhalb der Großkoppel. Teilflächen werden bis zum Heuschnitt ausgespart.

Regionale Vermarktung

Fleischvermarktung über Bewirtschafter

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Faltblatt, Infostele vor Ort, Präsentation auf der Burgwaldmesse 2007, Homepage der Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf

Historie / Historische Nutzung

Noch unreguliert und unverbaut durchfloss die Asphe im 19. Jahrhundert die nasse Grünlandaue zwischen Niederasphe und Amönau. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfolgte eine Begradigung der Bachläufe, deren Folge ein schnelleres Abfließen des Wassers war. Dennoch war eine Nutzung der Aue, vor allem in den nach wie vor nassen Bereichen, nicht mehr rentabel. Nach dem Krieg diente die Aue als Sprenggebiet für nicht mehr benötigte Munitionsreste, so dass die Wiesen z.T. brachfielen. Um die Aspheaue jedoch als halboffene Grünlandaue zu erhalten, initiierte die Ortsgruppe Münchhausen des Naturschutzbundes zusammen mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises ein Naturschutzprojekt. Dessen Ziel ist es, der Asphe Möglichkeiten zu einer naturnahen Eigenentwicklung zu geben und die Aue als extensiv genutztes Grünland für auentypische Lebensgemeinschaften offen zu halten.

Monitoring

Betreuung durch die Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedekopf, Einzelgutachten

Wirtschaftlichkeit

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Bilder


Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/grosskoppel-aspheaue/ [Stand: 24.08.2017]
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E-Mail: info (at) weideprojekte-hessen . de